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Armin Arbeiter: Kriegsberichterstatter an der Front in der Ukraine

Written by fearless patched | Feb 18, 2026, 5:47:16 AM

Armin Arbeiter ist Kriegsberichterstatter und war zum Zeitpunkt des Interviews Redakteur für Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik beim Kurier. Mittlerweile arbeitet er bei der NZZ. Seine Arbeit führt ihn dorthin, wo aus politischen Entwicklungen konkrete Realität wird: in Krisengebiete, an Frontlinien und zu den Menschen, die dort leben.

Sein Weg beginnt beim österreichischen Bundesheer. Als junger Milizsoldat erlebt Armin den Abzug des österreichischen Kontingents von den Golanhöhen. Die Diskrepanz zwischen dem, was er selbst vor Ort erlebt, und dem, was darüber geschrieben wird, prägt seinen weiteren Weg: Er will Journalist werden und selbst dorthin gehen, wo die Geschichten entstehen.

2017 reist er auf eigene Kosten auf die Philippinen und gelangt während der Kämpfe um Marawi in die schwer zerstörte Stadt. Später berichtet er über die Proteste in Hongkong, die Situation an der türkisch-griechischen Grenze und schließlich über den Krieg in der Ukraine.

Am 23. Februar 2022 erreicht er gemeinsam mit dem Fotografen Jürg Christandl Kiew. Wenige Stunden später beginnt die russische Invasion. Während Hunderttausende Menschen aus Kharkiv fliehen, fahren die beiden in die entgegengesetzte Richtung.

Armin erzählt, wie er Risiken einschätzt, warum Angst für ihn kein Zeichen von Schwäche ist und weshalb ihm seine militärische Ausbildung bis heute hilft, in gefährlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Er spricht über Artilleriebeschuss, bewaffnete Polizeikontrollen, Frontstellungen, Feldspitäler, Drohnenkrieg und Begegnungen mit Soldaten und Zivilisten.

Doch die schwierigste Situation dieser Reise hat nichts mit Beschuss zu tun.

Als Armin und Jürg einen Platz in einem Evakuierungskonvoi aus Kharkiv erhalten, bitten zwei Eltern sie, ihren dreijährigen Sohn mitzunehmen. Sie dürfen das Kind nicht mitnehmen. Armin entscheidet sich trotzdem zu fahren.

Bis heute bezeichnet er diesen Moment als die schwerste Entscheidung seines Lebens.

Wir sprechen darüber, wo Mut endet und unnötiges Risiko beginnt, wie man Angst kanalisiert, warum Schlaf Teil professioneller Einsatzfähigkeit ist und weshalb ein Journalist in einem Krieg Nähe zulassen muss, ohne seine professionelle Distanz zu verlieren.

Es geht außerdem um die psychische Belastung nach Einsätzen, wiederkehrende Albträume, Resilienz, den Umgang mit Tod und Leid und die Frage, wie man nach solchen Erfahrungen wieder in einen normalen Alltag zurückkehrt.

Eine Folge über Kriegsberichterstattung, Verantwortung und Entscheidungen unter Lebensgefahr – und darüber, warum Professionalität nicht bedeutet, keine Angst zu haben.

Fearless Patched erzählt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, wenn Entscheidungen Konsequenzen haben.

Armin Arbeiters gesammelte Artikel beim Kurier: https://kurier.at/author/armin.arbeiter